leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Wild Coast – Das ursprünglichere Südafrika

6 Tage. 1451,1 Kilometer. Zwei Mädels, die Südafrika in den letzten Monaten kennengelernt haben, aber irgendwie noch nicht so ganz. Die Wild Coast zu bereisen war uns eine Herzensangelegenheit und obwohl wir eigentlich keine Zeit hatten, fanden wir uns Freitag auf dem Flughafen in Port Elizabeth wieder – unserer mittlerweile zweiten Heimat. Nach 1,5 Stunden Flug landeten wir in Durban; und damit in einer tropischen Wärme, an die wir so schon fast nicht mehr gewohnt waren. Unser Flitzer für die kommende Woche war ein kleiner Hyundai in weiß und damit ein richtiges Mädchenauto. Wir machten uns auf den Weg auf den Weg in den Stadtteil Umhlanga, wo wir Anke auf einen Kaffee trafen, eine Ärztin, die vor zwei Jahren von Hamburg mit ihrer Familie nach Südafrika ausgewandert ist und dementsprechend einiges zu erzählen hatte. Nach diesem sehr informativen und inspirierenden Gespräch mit anschließendem Souvenirshopping begaben wir uns an Durbans Beachfront, die ihrem Namen als Surferspot alle Ehre macht. Tatsächlich sahen wir an diesem Tag zum ersten Mal schwarze Menschen „beachen“. Ansonsten wurde schnell deutlich, dass Durban die größte indische Community neben Indien selbst besitzt. Für uns war klar: Heute Abend gibt es Curry! Im Anschluss fuhren wir mit einer Glasgondel auf das 2010 anlässlich der Fußball-WM erbaute „Moses Mabhida“ Stadion und genossen die Aussicht im 360 Grad Winkel. Nach unserem indischen Restaurantbesuch und einem Absacker in der Oyster Box (heiße Schokolade) verbrachten wir unsere erste, 15€-teure Nacht im 313 Cowey Rd. Nachdem uns diverse Personen vor den vor uns liegenden Straßenverhältnissen gewarnt hatten (suizidgefährdete Tiere, diverse Reifenwechsel, metertiefe Schlaglöcher,…) machten wir uns „super“ präpariert auf den Weg. Je weiter wir fuhren, desto dschungelartiger wurde die Strecke.

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Angekommen in Port Edward merkten wir schnell, dass es sich um einen kleinen, aber feinen Ort handelt: Frühstück im Vanilla Café, Ankunft in unserem faszinierenden Backpacker Ku-Boboyi River Lodge und Kennenlernen unserer Hauskakerlake, windiger Weitblick über Port Edward am Viewpoint, Fotoshooting mit Bananenstauden und Führung über eine Kaffeeplantage mit echt netten Menschen. Last but not least besuchten wir die kleinste Wüste der Welt, die red desert, über die die verschiedensten Mythen existieren.

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Früh am nächsten Morgen machten wir uns auf, die etwa 3,5 stündige Fahrt nach Port Saint Johns zu bewältigen. Langsam aber sicher machten wir Bekanntschaft mit Kühen und Eseln als Verkehrsteilnehmer. Angekommen im sehr individuellen, hippieartigen Amapondo Backpackers ging es für uns direkt an den Strand. Dieser war belagert von einer herumliegenden Rinderherde und gilt zudem als einer der gefährlichsten Strände Südafrikas. Allein seit 2007 gab es neun tödliche Haiangriffe. Zudem gibt es starke Unterwasserströmungen, die in der vorherigen Woche zwei Soldaten das Leben kosteten. Auch hier wurde uns wieder bewusst, im ursprünglichen Südafrika angekommen zu sein, in dem weiße Touristen eine Rarität darstellen und der Spruch „die Fliege in der Milch“ passte – nur irgendwie umgedreht. Neben ein bisschen Sonnenbaden ging es für uns auf den nächstgelegenen Berg. Abends wollten wir uns in einem gemütlichen Restaurant niederlassen, dessen Adresse wir im Voraus herausgesucht hatten. Doch alles sollte anders kommen: Zwar gab unser Navi vor, den Ort zu kennen, jedoch wurde uns bewusst, dass dem nicht so ist, als wir nach einer Irrfahrt im Wald landeten. Das Backpacker hatte uns somit schneller als gedacht wieder und wir verbrachten den Abend mit drei Austauschstudenten aus Durban.

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Nach einem stärkenden Frühstück fuhren wir weiter Richtung Coffee Bay – genauer in das Xhosa Village Mdumbi, in dem unsere nächste Schlafgelegenheit Mdumbi Backpacker liegen sollte. Die Anfahrt gestaltete sich schwieriger als gedacht, da wir vorerst 18km Schotterpiste bewältigten. Auf diesem Weg wurde die Umgebung immer ursprünglicher und eine Xhosa-Hütte folgte der nächsten. Nachdem wir unsere eigene, kleine Hütte eingerichtet haben, ging es für uns auf eine Culture-Tour ins Dorf, in der wir eine alte Dorfbewohnerin trafen, die uns ein Einblick in ihr jetziges und früheres Leben gab. Am nächsten Morgen machten wir uns bei Sonnenaufgang auf, durch Coffee Bay hindurch in Richtung Hole in the Wall, einem durchlöchertem Felsen am Strand, der ein gigantisches Bild abgibt. Nach einer abenteuerlichen Strecke suchten wir nach Hinweisschildern und sofort wurde eine Gruppe Jugendlicher aus dem Dorf auf uns aufmerksam, die uns scheinbar der Höflichkeit halber helfen wollten. Eher unfreiwillig ließen wir uns von ihnen das abgelegene Hole in the Wall zeigen. Schon auf dem Rückweg verlangten sie ein unverschämt hohes Trinkgeld und bedrängten uns. Als wir unser Auto erreichten, bemerkten wir, dass sich die Gruppe um die beiden Jugendlichen vergrößert hatte. Also entschieden wir uns dazu, eine brenzlige Situation zu umgehen, indem wir ihnen das verlangte Geld gaben.

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Erleichtert, aber irgendwie auch erschrocken, fuhren wir die etwa 3,5 stündige Strecke nach Chintsa, unserem letzten Stop an der Willd Coast. Unsere wunderschöne Unterkunft Buccaneers entschädigte unsere Unannehmlichkeiten am Morgen: Wie ein eigenes Dorf waren die einzelnen Hütten im Wald platziert und wir hatten einen schönen Ausblick aufs Meer und die danebenliegende Bucht. Endlich sollte sich nun auch die einzigartige Möglichkeit bieten, unsere lang geplante Kanufahrt in die Tat umzusetzen. Wir liehen uns das Kanu des Backpackers und fuhren auf dem direkt angrenzenden See umher. Eigentlich war alles ganz entspannt, bis wir ein etwa 1 Meter langes „Baby-Krokodil“ (okay, vielleicht war es ein Riesengecko?!) am Ufer sahen. Mit Turbo-Geschwindigkeit und dem Bild eines Mama-Krokodils im Hinterkopf ging es zurück ans rettende Ufer und wir erholten uns bei einem idyllischen Strandspaziergang. Den Abend verbrachten wir mit Curry (schon wieder) und zwei Schwedinnen unseren Alters, die Freiwilligenarbeit im Township von East London leisten.

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Am nächsten Morgen küsste die Sonne unser Müsli, als wir auf der Terrasse des Backpackers frühstückten und dabei den schönsten Ausblick der Reise genossen. Etwas wehmütig machten wir uns auf den Rückweg nach Port Elizabeth. Wir trösteten uns mit dem Gedanken, dass die nächste Reise schon in Planung ist :-)

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