leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

weekly thoughts #3: Über die Würdigung eines Ehrenamtes

 

Erst war es nur ein Spaß, eine flüchtige Idee, eine von der Art, wie sie täglich in vielen Köpfen herumschwirrt. „Wir waren von 10 Fällen der eine Fall, der die eigene Idee verfolgte, sie schließlich realisierte.“, so Marian Ciamballa. Gemeinsam mit seinem Kumpanen Tobias Burhenne steht er – etwas unbeholfen, aber irgendwie auch stolz – auf der Bühne, sie, die Menschen, auf die sich heute Abend alle Augenpaare richten.

Doch von Beginn: Bereits zum 15. Mal ehrte die in Wolfsburg erscheinende Tageszeitung „Wolfsburger Nachrichten“ die Personen, die normalerweise einen Platz im Hintergrund innehaben: Weil sie ehrenamtlich tätig sind, sich für andere engagieren oder da helfen, wo die meisten Menschen wegsehen. Am Galaabend, ausgerichtet von den Wolfsburger Nachrichten in den Räumlichkeiten der Autostadt, hörten die Zuschauer von fünf beeindruckenden und inspirierenden Wolfsburger Geschichten. Die Leserschaft der Wolfsburger Nachrichten diente als Entscheidungsgremium und schließlich kristallisierte sich – neben all den bemerkenswerten Storys – ein Fall heraus, der nicht nur Gänsehaut erzeugte, sondern zu Herzen ging. Burhenne und Ciambella sind Fans des EHC Wolfsburg. Um ihre Mannschaft in den finalen Playoffs zu unterstützen, kam einem von ihnen, Ciamballa, mehr oder weniger eine Art Floskel über die Lippen „Zur Not fahren wir auch mit dem Fahrrad zum nächsten Spiel“. Was sich so leicht dahinsagt, sah in der Realität ganz anders aus: 400 Kilometer trennten die Stadt Wolfsburg und den kommenden Austragungsort des Eishockey-Spiels: die Stadt Köln. Die Entfernung ist selbst mit dem Auto oder Zug keine kurzweilige Distanz, mit dem Fahrrad wird sie schnell zur physischen und psychischen Herausforderung. Eben das musste auch Burhenne, der sich kurzerhand dem Vorhaben anschloss, am eigenen Leib erfahren: Während der Fahrt knackte es in seinem Knie – das Gelenk funktionierte die weitere Strecke nur noch unter Schmerzen. Doch das brachte die beiden Fans nicht von ihrem Weg ab, denn abseits der Leidenschaft zum Sport entwickelte sich eine ganz andere Motivation: Max, ein sieben Jahre junger, ebenfalls begeisterter Eishockeyspieler und -fan leidet unter Blutkrebs. Um ihm zu helfen, wurde aus aus der persönlichen Herausforderung das Projekt „Strampeln für Max“, eine Aktion, die sich auch über soziale Medien schnell herumsprach und aufgrund der Aufmerksamkeit die für den kleinen Patienten sehr wichtigen Spenden einbrachte.

Ein – wie ich finde – zu Recht vergebener Ehrentitel, wobei alle fünf Kandidaten und sogar ein Jugendpreisträger gerechtfertigterweise ihre Bühne bekamen und vorgestellt wurden. Generell finde ich es toll, dass es die Ehrengala der Wolfsburger Nachrichten gibt, weil neben vieler toller Menschen eben auch das Thema Ehrenamt in den Fokus gerückt wird. Ehrenamt war früher vielleicht selbstverständlicher als heute, nichtsdestotrotz braucht unsere Gesellschaft nicht weniger Menschen, die sich in besonderem Maße engagieren. Genau von Leuten wie Ciambella und Burhenne lebt die Gesellschaft, sie schulen uns achtsam unseren Mitmenschen gegenüber zu sein und lassen unsere so riesig und oftmals anonym erscheinende Gesellschaft wieder zusammenwachsen. Von daher freue ich mich, dass ich einmal mehr beim „Wolfsburger des Jahres“ Gast sein durfte – ich freue mich bereits jetzt auf das nächste Jahr.

 

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