leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Time to say „Good Bye“

Nachdem wir in unserem Langstreckenflieger (aka. Luxusliner) nach London Heathrow angekommen sind und erst einmal über das umfangreiche Bordentertainment in Form von 43 aktuellen Filmen und diversen anderen Unterhaltungsmöglichkeiten gestaunt haben, sind wir nun dabei, euch bei einem Weinchen über unsere letzte Woche in Port Elizabeth zu berichten und das letzte halbe Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.

IMG_4102Nach unserer letzten Klausur fanden völlig unvorbereitet schon die ersten Abschiede von einigen unserer Mitstudenten statt. Dachten wir am Anfang, dass wir mit dem Abflug am 18.06. (drei Tage nach Ende der Klausurenphase) die ersten seien, die PE verlassen würden, so stellte sich nun heraus, dass viele so schnell wie möglich das Reisen beginnen wollten. Die freie Zeit nach den Klausuren verbrachten wir mit Freunden und mit jeder Menge trauriger Abschiede. Am Mittwoch stand (angekündigt seit Beginn des Semesters) die Farewell-Party unserer WG bzw. des Ivana Drive 13-Hauses auf dem Programm. Am Ende feierten wir mit rund 70 Leuten in gemütlicher Clubatmosphäre in unserem Wohnzimmer (#thisisafrica). In einem verhältnismäßig viel kleineren Kreise haben wir uns von der Hälfte unserer WG verabschiedet und wohnten somit die verbleibende Zeit in einem ungewohnt leeren Haus. Trotz dessen haben wir es uns an unserem gestrigen Abend natürlich nicht nehmen lassen, mit unseren südafrikanischen Freunden das Nachtleben in Port Elizabeth ein letztes Mal auszukosten. Bis um 04:30h tanzten wir im White Tiger mit Meerblick in den Abreisetag hinein. Bevor wir am Mittag unsere Reise gen Heimat antraten, galt es, die letzten Kleinigkeiten zu verstauen und die letzten Lebensmittel zu verfrühstücken. Alles in allem kam der Abschied viel schneller als gedacht und ehrlich gesagt, können wir gerade kaum glauben, dass wir wirklich schon im Flieger Richtung Europa sitzen. Um unser kleines, digitales Auslandstagebuch rund abzuschließen, haben wir wieder unsere persönlichen Gedanken in Form eines Interviews für euch zusammengefasst. Wir hoffen, dass euch unsere Berichte über unsere Zeit in Südafrika gefallen haben – uns persönlich hat es viel Spaß gemacht, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und in dieser Form zu reflektieren.

IMG_4046Welche Momente in Südafrika waren für dich ganz besonders?

LEO: Wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke, haben mich unsere diversen Reisen innerhalb des Landes und natürlich der Urlaub auf Mauritius geflasht. Noch nie zuvor bin ich in meinem Leben in so kurzer Zeit so viel geflogen oder Auto gefahren, um neue Orte zu entdecken. Andererseits waren es die kleinen Momente, die das Leben in PE für mich so besonders gemacht haben: Gespräche mit wildfremden, weltoffenen Leuten im Supermarkt oder Diskussionen über das Leben mit Freunden, Joggingläufe an der Promenade, DJs und tanzende Menschen auf dem Campus, die überglücklichen Gesichter der Kinder bei der Freiwilligenarbeit,…ich könnte unzählige dieser Momente auflisten und wäre morgen noch nicht fertig!

LOU: Also eigentlich finde ich es fast unmöglich aus all den unglaublichen Erlebnissen, die alle für sich besonders waren, DIE Erlebnisse herauszufiltern. Aber hervorzuheben sind für mich die diversen Sonnenuntergänge, die für uns zu einem neuen Hobby geworden sind, wohingegen es für die Südafrikaner etwas ganz alltägliches ist, sich zum Sonnenuntergang schauen zu verabreden und an unglaublichen Orten gemeinsam Zeit zu verbringen. Außerdem weiß ich unsere engen Freundschaften mit Afrikanern sehr zu schätzen, da wir bei sehr ehrlichen und tiefgründigen Gesprächen einen Einblick in ihre Kultur erhalten durften und beide Seiten immer Neues dazulernten. Des Weiteren könnte ich die Kirchenbesuche einer ganz anderen Art, das selbstverständliche Reisen über – für deutsche Verhältnisse – extrem große Entfernungen, die Begegnung mit dem Weißen Hai und die Fahrt durchs „real Africa“ auf der Wild Coast aufzählen.

 

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Was wirst du an Südafrika vermissen?

LEO: Definitiv die Leute und ihre positive Einstellung zum Leben. Darüber habe ich bereits im Vorfeld gehört und ich kann es nur bestätigen: Von der Uni bis zum Township sind alle Mitmenschen motiviert, in dem was sie tun und versuchen stets, das Beste aus jeder Situation zu machen. Außerdem denke ich, dass mir die Entspanntheit der Südafrikaner fehlen wird: Obwohl mir Werte wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sehr am Herzen liegen, habe ich gemerkt, dass wir uns zu Hause sehr viel Stress machen – und das zu oft ohne Grund. Last but not least werden mir meine Mitbewohner fehlen, die über die Monate zu meiner kleinen Ersatzfamilie geworden sind J

LOU: Ich glaube am schnellsten und offensichtlichsten werde ich das Haus in Ivana 13 mit dem immer herrschenden Trubel, den Mitbewohnern, die immer für mich da waren sowie die selbstverständlichen gemeinsamen Stunden auf der Terrasse oder in der Küche vermissen, ich war in dem ganzen letzten halben Jahr nicht einmal alleine. Und ich habe das letzte Jahr am Meer gelebt, da muss ich eigentlich nicht mehr sagen ;)

 

Worauf freust du dich in Deutschland/ zu Hause?

LEO: Ich freue mich wie verrückt auf meine Familie und meine Freunde! Es ist ein atemberaubendes Gefühl, zu wissen, dass man die Leute die man liebt nach einem halben Jahr nun wieder täglich um sich haben wird – besser als Weihnachten und Geburtstag zusammen! Außerdem freue ich mich auf Häuser und Gärten, die nicht von Elektrozäunen geschützt sind und generell auf die Tatsache, unbeschwert in der Weltgeschichte umherzulaufen (besonders am Abend) – die Sicherheit in Deutschland weiß ich nach 5 Monaten in Südafrika nun mehr als zu schätzen!

LOU: Ich freue mich auf lange, helle Tage in Deutschland an denen ich lange mit Freunden draußen sitzen kann. Ich freue mich darauf, mich im Dunkeln ohne Angst vor Überfällen, bewegen zu können oder auch mit meinem Fahrrad, ohne sturmartigen PE-Wind und regelmäßigem Platten, fahren zu können. Nach dem angebrochenen Winter in SA freue ich mich darauf, im Haus nicht mehr frieren zu müssen, ich hätte nie gedacht, dass das in Afrika so schlimm werden kann. Außerdem liebe ich zwar das südafrikanische Essen, aber dennoch freue ich mich sehr auf deutsches Brot. Und natürlich steht bei all dem meine Freunde und Familie an erster Stelle!

 

Wem oder warum würdest du ein Auslandssemester empfehlen?

LEO: Da ich von mir persönlich immer dachte, dass ich nicht der Typ Weltenbummler wäre, mir das Auslandssemester jedoch mehr als gefallen und Lust auf mehr gemacht hat, würde ich einen Aufenthalt im Ausland jedem von euch empfehlen. Es erweitert den Blick auf die Welt und damit den eigenen Horizont. Zwar ist der Schritt aus der wohl bekannten „Komfortzone“ auf den ersten Blick nicht der einfachste, aber er lohnt sich!

LOU: Das ist ganz einfach: Ich würde es jedem empfehlen! Ich denke, dass jede Person seine Nische im Auslandssemester finden kann und einzigartige Erfahrungen sammeln kann. Es ist wichtig, sich darauf einzulassen, sich auch mal aus der „comfort zone“ herauszuwagen und somit neue Seiten an sich selbst entdecken zu können. Mich persönlich hat der Kontakt mit so vielen verschiedenen Menschen, die Herausforderungen an einer anderen Uni und die Entfernung zu meinem zu Hause positiv geprägt und mir eine neue Sichtweise auf meine Werte und Ziele im Leben gegeben und viel mehr Offenheit für Neues – auch wenn das jetzt sehr deep klingt ;)

 

 

Was möchtest du abschließend noch loswerden?

LEO: Vielen Dank an all diejenigen, die das letzte halbe Jahr für mich so unvergesslich gemacht haben! Ich habe die tollsten neuen Leute kennenlernen dürfen und auf der anderen Seite festgestellt, dass ich zu Hause ein großartiges Team an Unterstützern besitze. Danke, dass ihr alle hinter mir gestanden habt und insbesondere zwei meiner Herzensmenschen absolut über ihren Schatten gesprungen sind, um mich in Südafrika zu besuchen – das werde ich euch nie vergessen, Mama und Daniele!

LOU: Ein Auslandssemester in Südafrika zu verbringen, war für mich die beste Entscheidung, die ich treffen konnte! All der Stress im Vorhinein hat sich mehr als gelohnt und es war eine Zeit, die ich nie mehr vergessen werden. Ich bin mehr als froh, dass wir uns zu zweit in das Abendteurer gestürzt haben, denn ohne Leo hätte ich mir die Zeit dort nicht mehr vorstellen können!

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