leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

#TIA

„Hä, was ist das?“ So oder ähnlich werden jetzt wahrscheinlich einige von euch reagieren und auch wir waren verwirrt, als wir diesen Hashtag das erste Mal hörten.

„This is Africa“ sagen Internationals wie wir immer dann, wenn etwas für uns total ungewohntes passiert, etwas, das wir von unserem Leben zu Hause nicht kennen.

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In unserer ersten Zeit ist uns besonders die südafrikanische Gelassenheit aufgefallen. Zum einen ist an dieser Stelle das langsame Gehen zu erwähnen (wenn wir morgens wie alle anderen Studenten zur Uni gehen, gleicht der Weg einem Parcourslauf, bei dem man gefühlte 100 Südafrikaner überholt). Die Einheimischen wiederrum sehen unser Tempo als pure Hetzerei und Workout. Auf Nachfrage erklärte man uns den Ursprung dieser Eigenart: Im Gegensatz zu Südafrika gibt es in anderen Ländern Afrikas keine Straßenbezeichnungen, sodass in der Wegbeschreibung mit Mangobäumen, Steinen am Wegesrand, etc. gearbeitet wird. Um die Zeichen nicht zu übersehen, müsse man langsamer und damit aufmerksamer durch die Weltgeschichte laufen. Vielleicht könnt ihr euch jetzt vorstellen, wie wir angeschaut werden, wenn wir mit unseren Fahrrädern unterwegs sind. Hier ist unser geliebter Drahtesel nämlich keineswegs ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Sport- und Spaßgerät. Die südafrikanische Geduld findet sich unter anderem auch an der Kasse im Supermarkt oder an administrativen Stellen wieder. Während die Leute geduldig in Schlangen warten, werden wir leicht aggressiv, wenn die Kassiererin währenddessen ihr Smartphone checkt. Eine Sache, an die wir uns wohl noch gewöhnen müssen.

IMG_0642Apropos Supermarkt: An alle, die denken, wir würden hier im Busch und ohne Strom leben: Es gibt im SPAR alles, was es in Deutschland auch zu kaufen gibt. Darüber hinaus findet man sogar eine große Haarpflegeabteilung, in der lustigerweise Produkte für Afro- und europäisches Haar in zwei verschiedenen Regalen stehen. Unser Weltbild verrückte sich außerdem mit der Erkenntnis, dass so gut wie keine afrikanische Frau echte Haare hat (ausgeschlossen diejenigen mit Afro). Jede Art von Frisur – sei es der Lockenkopf, die glatten Haare oder Braids – sind an den eigentlichen Haaren angenäht; darum finden sich auf den Wegen hin und wieder ausgefallene Flechtsträhnen, die auf den ersten Blick aussehen wie Schlangen. Gerade für uns Mädchen ist das ein sehr interessantes Gesprächsthema J Während wir außerdem versuchen, keinen Sonnenstrahl zu verpassen, schützen sich die Südafrikaner(innen) mit Regenschirmen vor der Sonne (bei zu starkem Wind wird der Sonnenschirm geschlossen gegen die Sonne gehalten).

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Für die Männer, für die der letzte Absatz extrem langweilig war: Auf Südafrikas Straßen fahren die unterschiedlichsten Fahrzeuge und Marken und  der Golf 1 ist hier ungefähr so präsent wie der Golf 7 in Wolfsburg. Von früh morgens bis spät abends machen die sogenannten „Town-Town-Taxis“ auf sich aufmerksam. Für schlappe 9 Rand (0,50 cent) kann man hier richtig was erleben. Die mehr als kaputten Minibusse fahren die komplette Umgebung ab bis in die Innenstadt. Der Vorteil: Sie lassen einen an jeder x-beliebigen Ecke ein- und aussteigen. Der Nachteil: Sie halten an jeder x-beliebigen Stelle und wenn, dann sehr abrupt. Das Lustigste ist aber, dass der Fahrer von einer weiteren Person unterstützt wird, die die Akquisition der Passagiere vornimmt, indem er sich fast vollständig aus dem Fenster lehnt und unwahrscheinlich laut „Town-Town“ in jede Straße ruft.

 

Scheinbar wird in Südafrika alles dafür getan, möglichst viele Jobs zu schaffen. So kann es schon einmal vorkommen, dass eine Baustellenampel durch eine Person mit Fahne ersetzt wird oder diverse Schildhalter am Straßenrand Werbung machen.
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Alles in allem tickt das Leben in Südafrika schon ein bisschen anders, es gibt einige Dinge, an die wir uns gewöhnen müssen aber auch vieles ist unserem Leben in Deutschland sehr ähnlich und wer immer noch denkt, wir leben hier ohne fließend Wasser und Strom, der sollte definitiv mehr reisen. Wir fühlen uns hier sehr wohl aber vergesst nicht: Wir schildern nur unsere Sicht der Dinge. Wer übrigens etwas zum Thema Stereotypes und ihre Gefahren erfahren möchte, klickt hier.

2 Discussions on
“#TIA”
  • Hallo,
    von deiner Mutter habe ich den Link zu deinem Blog erhalten und mich gleich mal durchgelesen…
    Viel Spaß noch in Südafrika und liebe Grüße aus Göttingen!
    Kristina

    • Hallo liebe Kristina,
      Danke für deine Nachricht und den damit ersten Kommentar zu unseren Südafrikaberichten. Ich hoffe du schaust noch ganz oft auf unserer Seite. Und wir sehen uns dann im Juni? Beste Grüße, Leonie

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