leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Sydney Dance Company – Movimentos

Das Kraftwerk. Es ist das Wahrzeichen des VW-Werkes, der Stadt Wolfsburg und ist gleichzeitig als atemberaubender Veranstaltungsort ein fester Bestandteil der Movimentos Festwochen . Die Kulisse, in der das industrielle Kraftwerk mit modernen und künstlerischen Elementen der Festwochen kombiniert wird, bietet einfach eine einmalige Atmosphäre.

Mit dem Gedanken, dass es die letzten Festwochen in dieser Szenerie sind, beschreiten wir am Sonntag den Weg über die Hafenbrücke aber doch etwas wehmütig.
Denn an diesem Abend stand alles im Zeichen des zeitgenössischen Tanzes und einer Europa- und Deutschlandpremiere. Die Produktion der Sydney Dance Company zeigt in drei jeweils 35min andauernden emotionalen Choreografien künstlerische Perfektion, die uns von vorne bis hinten in ihren Bann gezogen hat. Aber dazu mehr:

Die Sydney Dance Company ist inzwischen die angesehenste Company Australiens und war auch schon 2011 und 2015 ein Teil der Movimentos Wochen.
Der erste Teil der Vorstellung nannte sich Frame of Mind (Europapremiere) und erzählt eine Liebesgeschichte zwischen Tänzern, die sich im Balettsaal abspielt. Das Bühnenbild ist simpel mit großer Wirkung, indem ein großes Fenster Licht in den Balettsaal wirft. Die so darzustellenden wechselnden Tageszeiten unterstreichen die Emotionen der Choreographie. Zu Streichmusik treffen sich tagsüber die Tänzer, von denen jeder eigene kraftvolle Bewegungen zeigt und immer mal wieder in eine gemeinsame verschmelzen. Während in der Dämmerung intime Duette eine Geschichte erzählen, bei denen die Spannung in der Luft jeden Zuschauer erreicht.

Der zweiten Teil Wildebeest (Deutschlandpremiere) beginnt während die Zuschauer noch in Dunkelheit getaucht sind und Regen und Gewittergeräusche den Raum füllen. Ein Tänzer auf der Bühne windet sich, gekleidet in Erdtönen. Wie der Name der Produktion es schon erahnen lässt geht es geht um Impulse und animalistische Instinkte. Das Bühnenbild aus dämmerndem Licht und Rauch erzeugt eine düstere Stimmung, die immer wieder durch ausdrucksvolle synchrone Tänze zu eher elektronischen Klängen gefüllt wird. Trotz dieser stückartig ruckartigen und kraftvollen Bewegungen wirken die Tänzer federleicht. Es besteht ein Wechsel aus Gruppenchoreografien bei den immer wieder einzelne in der Dämmerung ihr Können zeigen.

Den Abschluss bildet die Komposition Lux Tenebris mit einem Kampf zwischen Dunkelheit und Licht. Symmetrische Lichtspiele bieten immer wieder einen Käfig für zarten intimen Einzelperformances und in gleichzeitig energischen Gruppentänzen zeigt das Ensemble noch mal voller Kraft sein körperliches und tänzerisches Können.

Nach dem letzten Ton war das Publikum außer sich und feierte das Ensemble mehrere Minuten lang. Ich fühlte mich ein bisschen in Trance und brauchte kurz um aus der Welt aufzutauchen in die mich die Sydney Dance Company mitgenommen hat. Mit einem Abstecher in die Lounge danach, ging für uns mal wieder ein atemberaubender Movimentos-Abend zu ende.

 

*photocredits Titelbild: Matthias Leitzke

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