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Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Stimmen aus Wolfsburg – Andrea Sartorius, Restauratorin

In diesem Interview erfahrt ihr, was sich hinter dem Beruf des Restaurators verbirgt; in Persona beantwortete Andrea Sartorius, 34 meine Fragen. Sie arbeitet für das Kunstmuseum Wolfsburg. 

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Sie haben einen relativ ungewöhnlichen Beruf. Wann war Ihnen klar, dass sie Restauratorin werden wollen?

Der Berufswunsch hat sich bei mir schon während des Abiturs herausgestellt. Ich wollte mit Kunst zu tun haben, selber aber nicht künstlerisch arbeiten. Gleichzeitig habe ich eine Restauratorin kennengelernt, die mir von ihrem Beruf erzählt hat. Das hat mich fasziniert.

 

Wie sah ihr Studium bzw. Ihre Ausbildung aus und wo war diese/s?

Der Ausbildungsweg war im Vergleich zu anderen Studiengängen ein wenig ungewöhnlich. Vor dem Studienbeginn musste ein mehrjähriges Vorpraktikum in einer anerkannten Restaurierungswerkstätte absolviert werden. Ich habe das Praktikum gestückelt und war zunächst für zwei Jahre in Berlin an der Neuen Nationalgalerie und dann für ein weiteres Jahr in Dresden an der Gemäldegalerie Alte Meister beschäftigt. Das Vorpraktikum war die Voraussetzung für die Teilnahme an den Eignungsprüfungen, mit deren Bestehen man sich für das Studium an den Hochschulen bewerben konnte – meist an Kunsthochschulen oder aber auch an Technische Hochschulen. Studiert habe ich dann in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste und auch für kurze Zeit in Paris am Institut National du Patrimoine. Mein Fokus lag dabei auf der Konservierung und Restaurierung von Leinwandgemälden. Bei der historischen Kunst bin ich zunächst auch nach dem Studium geblieben. Als Stipendiatin habe ich für zwei Jahre zunächst in Cambridge/ England und in Los Angeles/ USA an historischen Gemälden gearbeitet. Der Wechsel zur zeitgenössischen Kunst, mit der ich schon immer geliebäugelt habe, kam dann aber erst mit meiner Anstellung am Kunstmuseum Wolfsburg zustande.

 

Was gefällt Ihnen am meisten an dem Beruf und was eher weniger?

Ich finde gerade die Arbeit an zeitgenössischer Kunst so großartig, weil man mit lebenden Künstlern zu tun hat. Der Kontakt mit den Künstlern und die darüber lebendige Auseinandersetzung sind mir besonders wichtig. Im Kunstmuseum Wolfsburg stellen wir zahlreiche Ausstellung und Projekte mit Künstlern auf die Beine, so dass dieser Kontakt einen im Arbeitsalltag ständig begleitet. Natürlich gibt es auch mal Durststrecken, die etwas ruhiger sind, die dann aber für die Aufarbeitung der museumseigenen Sammlung genutzt werden können.

 

Seit wann arbeiten Sie für das Kunstmuseum?

Ich bin seit August 2009 am Kunstmuseum Wolfsburg tätig.

 

Wo wohnen Sie?

Mein Hauptwohnsitz ist in Berlin. Streckenweise bleibe ich aber natürlich auch in Wolfsburg, z.B. zu den arbeitsintensiven Ausstellungsaufbauten und –abbauten.

 

Wo sind Sie in Wolfsburg am liebsten?

Im Hochsommer morgens im VW-Bad, im Kunstmuseum Wolfsburg, im Kunstverein Wolfsburg im Schloss oder aber auch in der City Gallery – dem kleinen Ausstellungsraum des Wolfsburger Kunstvereins im Stadtzentrum.

 

Was macht Ihrer Meinung nach das Kunstmuseum für junge Menschen attraktiv?

Das Kunstmuseum Wolfsburg ist ein sehr ambitionierter, wunderbarer Ort. Die Ausstellungen sind vielfältig und widmen sich entweder einem bestimmten Themengebiet oder aber auch einem bestimmten Künstler/ einer bestimmten Künstlerin. Darüber hinaus bietet unsere Abteilung für visuelle Bildung gerade für junge Menschen zahlreiche Veranstaltungen an. Man kann also viel entdecken!

 

Was würden Sie tun, wenn Sie eine Millionen Euro gewinnen?

Das ist leider eine so unrealistische Vorstellung, dass es mir schwer fällt eine Antwort zu finden… Nochmal Studieren. Kunst kaufen. Einen Teil an eine Organisation spenden, die Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland erleichtert…

 

Wohin verreisen Sie im Sommer?

Nach Griechenland.

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