leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Newcomers night im Zeithaus – Movimentos

Über die Jahre hinweg ist der Beginn von Movimentos für mich zu einem gesetzten Eintrag meines Terminkalenders geworden. Es ist viel mehr als nur der Beginn der Festwochen der Autostadt – es ist ein Versprechen, dass eine ereignisreiche Zeit bevorsteht, die gleichzeitig die kalten, tristen Tage des Winters ablöst, dessen Abende doch hauptsächlich zu Hause verbracht wurden. Es ist wie eine leise Stimme, die den Frühling einläutet. Schon längst verbinde ich daher den Beginn der Movimentos Festwochen mit einem sehr wohligen Gefühl.

Das kam mir in den Kopf, als ich mich am Freitag gemeinsam mit Lou auf dem Weg in das Zeithaus begab, wo an diesem Abend alles im Zeichen des Jazz und der Newcomer stand: Zwei Bands traten an diesem Abend auf, die sich von ihrer Performance sehr voneinander unterschieden, wobei jeder Act auf seine eigene Art und Weise faszinierte. Es einte sie jedoch der Aspekt, dass von beiden nicht von Newcomern im herkömmlichen Sinne gesprochen werden konnte: Ja, es handelte sich um junge Menschen; diese waren jedoch Profis durch und durch und lediglich die jeweilige Interpretation der Musikrichtung zeugte von einem Novum.

Dominic J. Marshall lernte Klavier von seinem Vater. Während der Schulzeit kam er oft nach Hause, setzte sich direkt an das Instrument und spielte zwei Stunden. Sein Vater war es auch, der ihn an die Kunst der Improvisation heranführte, was Marshall schließlich von einer klassischen Richtung zum Jazz brachte. Auf der Bühne wirkt Marshall, trotz seines jungen Erfolgs, sehr gelassen und bodenständig. Er trägt eine Cappie und ein Poloshirt in unscheinbaren Farben. Sobald er jedoch die ersten Tasten anklingen lässt, beginnt er auf seinem Hocker mitzugehen, stellt sich nicht selten aufrecht hin, während er spielt. Marshalls Hände fliegen über die Tastatur, teilweise hoch zu dem elektronischen Klavier, welches einzelne Passagen um einige Töne ergänzt. Begleitet wird Marshall von einem Bassisten und einem Drummer und gemeinsam lassen diese drei sehr stimmig wirkenden Typen das Zeithaus ordentlich aufleben.

Die zweite Künstlerin, Laura Jurd, betritt die Bühne etwas schüchterner und zurückhaltender als ihre Vorband. Nichtsdestotrotz wandeln bereits die ersten gespielten Töne von Laura Jurd´s Dinosaur diese Intro- in wahrliche Extrovertiertheit. Laura und ihre Bandmitglieder kommunizieren über ihre Instrumente, mal mit leiser getupften Tönen, mal mit dröhnenden Klängen. Am Ende überrascht es mich, dass die Trompete nicht immer im Vordergrund der Komposition steht und wie viel elektronische Musik in diese neue Art von Jazz hineininterpretiert wird und mir wird klar, dass der Begriff „Newcomers Night“ ziemlich treffend gewählt wurde.

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