leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Mexiko (Part 2)

Im zweiten Teil unseres gut zweiwöchigen Urlaubes in Mexiko freuten wir uns auf warmes Wetter, ein paar entspannte Strandtage und die eine oder andere Küstenstadt. Mit dem UBER fuhren wir zum Busbahnhof in Puebla, wo unsere Reise startete und wir auf Franzi trafen, die direkt von der Arbeit kam. Unser Bus konnte einiges und wäre im Vergleich mit deutschen Fernreisebussen ganz weit oben, weil er so komfortabel war. Damit vergingen die zwei Stunden fahrt nach Mexiko Aeropuerto wie im Flug. Als wir am Flughafen unsere Rucksäcke aus dem Gepäckraum des Busses holten, wurde uns jedoch bewusst, dass der Regen (wegen Regenperiode hatte es natürlich auch während der Fahrt ordentlich geschüttet) vor dem Stauraum keinen Halt gemacht hatte und so waren unsere Sachen ziemlich nass und klamm- upsi! Auf dem Flug sah ich von meinem Fensterplatz aus ein spekatkuläres Gewitter, was mich richtig begeisterte.  Am Aeropuerto in Cancun trafen wir dann schließlich auf den Vierten unserer Bande für die nächste Woche, Fabi, der bereits mit einem früheren Flug nach Cancun gekommen war. Wir holten unser Auto für die kommende Woche – einen weißen Chevrolet Spark (sehr klein aber fein) und fuhren gegen 23 Uhr müde aber happy in unsere erste Unterkunft. 

Nach einem amerikanischen Frühstück (Cornflakes, Toast mit Butter und Kaffee – möchte niemals nach Amerika) ging dann Roadtrip los. Wir befanden uns auf dem Weg nach Isla Holbox, als uns auffiel, dass unser kleiner Chevi nicht aufgetankt war – zwei Striche hatten wir, als wir die Tankstelle vor der Autostrada passierten. Jedoch waren wir zuversichtlich und Fabi meinte, dass auch in mexiko mehr als regelmäßig Tankstellen auftauchen würden. So fuhren wir auf die Autobahn (wir nahmen die mit Mautgebühren, da die Alternative, die kostenlose häufig schlechten Fahrbahnbelag aufweist). Schnell wurde mir bewusst, dass wir bis auf wenige Ausnahmen die einzigen waren, die auf dieser geraden und unendlich wirkenden Straße unterwegs waren. Links sah man nichts mehr als dichten Dschungel und auch die Gegenfahrbahn war durch einen dichten Urwaldbewuchs von unserer Seite abgetrennt. So waren wir eine Weile einsam unterwegs und wunderten uns schon ein bisschen, dass nichts kam, als auf einmal ein Schild auf der Seite auf die nächste Tankstelle in 150km (!!!) aufmerksam machte. Erst konnten wir das nicht so richtig glauben, doch als schließlich das Tankreserve-Symbol aufblinkte, machten wir uns alle ernsthafte Sorgen.Wir wussten überhaupt nicht mehr, wie weit uns das bisschen Sprit noch bringen würde, also hielten wir kurzerhand bei einem einsamen, mexikanischen Haus, vor dem ein paar Leute saßen und fragten nach ein wenig Benzin. Witzigerweise wurde uns sofort geholfen: Der eine Mann kam mit Benzin in einer Cola-Flasche sowie einem Schlauch, steckte den Schlauch in die Flasche, sog kurz am anderen Ende und steckte dieses Ende dann schließlich in die Tanköffnung. Begeisterung brach aus! Als wir dann auch noch die Tankstelle fanden, konnten wir erst einmal aufatmen. Der Weg nach Holbox bzw. Chiquila, von wo die Fähre fuhr, war dann auch nicht mehr weit. Wir parkten unser Auto in dem kleinen, süßen Fischerörtchen und nahmen die Fähre um 11 Uhr, um auf die Insel zu gelangen. Dort angekommen, waren wir erst einmal geflasht. Ich glaube es gibt zwar wenige und doch mehrere „Paradiese auf Erden“ aber Isla Holbox ist momentan tatsächlich noch ein solches. Die Straßen bestehen aus weißem, feinem Sand, sind umsäumt von Palmen und niedrig gebauten Häusern mit Reetdächern. Unser Hotelito „chuukay“ lag quasi auf der anderen Seite der Insel, sodass wir innerhalb eines 15-minütigen Fußmarsches die Insel in ihrer Breite einmal überquerten. Auf Holbox fahren keine Autos, das beliebteste Fortbewegungsmittel ist das Golf car, dicht gefolgt vom Beachbike. Es gibt jede Menge süßer Läden und Restaurants, die teilweise sehr organische und gesunde Sachen anboten, sodass mein Hipster-Herz höher schlug. Der Strand in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotelito war ein Traum in einer weiß-hellblauen Mischung und das Wasser war so warm, dass wir gefühlte zwei Stunden darin chillten. Im Anschluss daran gingen wir zu einer kleinen Beachbar, die leckere guacomole und mojitos anbot- perfekt! Dann mieteten auch wir uns für 3 Stunden am Nachmittag ein Golf car (600 pesos), um die Insel näher zu erkunden. Wir fuhren zu anderen verlassenen Stränden und tranken Bier im Badewannenwasser oder legten uns in die Wasserhängematten. Nach einer Dusche machten wir uns am Abend auf, um ein Restaurant zu finden. Die Insel bietet an dieser Stelle wirklich viel, jedoch konnten wir uns nicht so richtig für eine Sache entscheiden und landeten schließlich an zwei streetfood-ständen. Dort aß ich das leckerste Quesadilla der Reise: gefüllt mit einer Art Bolognesesoße schmeckte es einfach nur köstlich! Generell war ich während der Reise glücklich darüber, dass ich das Essen jedes Mal gut vertrug und man somit irgendwann getrost einfach alles ausprobiert hat. Es stimmt eben, dass man anhand des Essens auf der Straße die kulinarische Küche des Landes am besten kennenlernt. Im Anschluss gingen wir in die Bar „Arena“ die zu einem kleinen Hotel gehört und auf der Dachterasse des Hauses liegt. Witzigerweise befand sich da oben auch ein kleiner Pool, auf dem ein aufgepusteter Flamingo stand – so fancy ! Im Hotel spielten wir dann noch Karten und ließen den super Tag entspannt ausklingen. 

Auch auf Isla Holbox gab es zahlreiche künstlerische Meisterwerke in Form von Wandbemalungen

Am nächsten Morgen ging es mit einem leckeren Hotelito-Frühstück auf dem Rooftop der Unterkunft weiter. Wir stärkten uns unter anderem mit Mandel- bzw. Reismilch für die Weiterfahrt – diese Art von Getränk kann man eigentlich in jedem Restaurant kaufen, sie ist aber wie alle Getränke in Mexiko gerne sehr (für meinen Geschmack zu) süß. Im richtigen Backpacker Style stapften wir anschließend über die sandige Insel gen Fähre. In Chiquila angekommen, ging es direkt weiter nach Chichen itza, wo wir uns die Hinterlassenschaften der mexikanischen Urbevölkerung ansahen. Ich fand es atemberaubend dort zu sein, da dieser Ort einer der 7 Weltwunder ist und irgendwie motivierte mich der Besuch, auch alle weiteren Weltwunder mindestens einmal gesehen zu haben. Leider waren die Ruinenstätten ziemlich voll, es lohnt sich also wirklich sehr, früh morgens dort aufzuschlagen, damit man den vielen Reisebussen etc. noch entgeht. Zuerst war ich ein bisschen traurig, da wir keine Führung oder ähnliches hatten, doch im Endeffekt war es ohnehin schon beeindruckend genug, durch die Alten Ruinen zu laufen. Außerdem hatten wir Franzis lonely-planet Reiseführer, der ziemlich viele nützliche Informationen gab (und ansonsten auch sehr empfehlenswert ist!). Auf unserem Weg gen Playa del Carmen fuhren wir über Valladolid. Der typischen mexikanischen Stadt wollten wir ursprünglich nur einen kleinen Stop widmen, jedoch fing es nach unserer Ankunft heftig an zu schütten, sodass wir uns für ein Mittagessen in ein super-cooles und gesundes Restaurant namens Yerbabuena del Sisal verzogen. Die Weiterfahrt nach Playa war somit sehr entspannt und abends kamen wir in unserem Wabi-Hostel an, welches prima gelegen ist und für uns ein Vierbett-Zimmer bereithielt. Das Hostel ist – wie gesagt – nur wenige Gehminuten von der berühmten Touristenmeile Avenida 5 entfernt, hat seinen ganz eigenen Charme und sogar eine eigene kleine Bär auf dem – wie soll es anders sein – coolen Rooftop. Wir strollten ein wenig durch die üppig gefüllten Straßen von Playa und man musste sich erst einmal daran gewöhnen, wieder so viele Europäer/ Amerikaner zu sehen. Entsprechend dem Tourismus angepasst sind – vor allen Dingen in der Avenida 5 und in direkter Umgebung – die Restaurants und Bars: europäische/ amerikanische Preise und man kann eigentlich überall mit Dollar oder Euro bezahlen.  Es lohnt sich definitiv, die paar Schritte mehr ins Abseits zu laufen und plötzlich findet man individuellere und auch deutlich preisgünstigere Läden. Der Beweis dafür stellte für uns eine Bar in der Avenida 1 Norte dar, die uns mit der Promotion „2 Mojitos für den Preis von einem“. Dort wurde Salsa Musik live gesungen und einige Paare zeigten ihr Können im Salsa, sodass es viel Spaß machte, ihnen zuzusehen. Außerdem lernten wir zum ersten Mal eigene Salsa-Grundschritte, beigebracht vom Barbesitzer. Im Anschluss gingen wir auf die Club-Meile.

Am nächsten Tag besuchten wir die Cenote „Azul“, die etwa 15 Autominuten von Playa entfernt liegt. In Mexiko und speziell in Yucatán gibt es jede Menge dieser Kalksteinlöcher, die ursprünglich einmal durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden sind und sich durch ihr kristallklares Wasser und ihre Naturbelassenheit auszeichnen. Der Eintritt war mit 40 Pesos (2€) im Vergleich zu anderen Cenoten noch sehr überschaubar. Um zu der Cenote zu gelangen, mussten wir ein kleines Stück durch den Urwald gehen, wo uns die Mücken sofort begrüßten. In die Cenote selbst sollten wir uneingecremt gehen, damit das Wasser möglichst wenig verschmutzt wird. Teilweise konnte man über die Steine der Cenote laufen, zum Teil war diese jedoch auch so tief, dass man von einer etwa 3 Meter hohen Felswand in sie hineinspringen könnte. Im Anschluss fuhren wir in das nicht weit entfernte Akumal in ein Restaurant namens Turtle Bay Café and Bakery, wo wir unter anderem Hummus mit Gemüse, Karotten- und Apfelkuchen sowie Ceviche aßen. Da wunderschönes Wetter war und der weiße Strand von Akumal lockte, schlossen wir einen Strandbesuch an. Einige Schilder am weißen Beach deuteten auf Schildkröten hin. Wir wollten nicht so recht glauben, dass man so nah am Strand Schildis sehen konnte, doch wir versuchten unser Glück im Wasser. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis bei uns allen die pure Begeisterung ausbrach, als wir tatsächlich am Grund grasende Schildkröten sahen: und was für welche! Das waren riesige Tiere, die dort saßen oder schwammen und Algen rupften. Es war wirklich atemberaubend. Es war wirklich wunderschön, den Tieren zuzusehen, hatte ich noch nie wasserschildkröten in freier Wildbahn gesehen und dann auch noch so überraschend ohne eine Tour oder ähnliches. Wir verbrachten noch ein paar Stunden an dem sich leerenden Strand und beobachteten den Sonnenuntergang. Zum Abendessen gingen wir wieder in ein Restaurant nach Akumal, welches rückblickend definitiv zu einem der schönsten zählte, die wir während des Urlaubs besucht haben. Es hieß La buena vida, hatte günstiges aber sehr gutes mexikanisches Essen, wunderbare Livemusik und das Beste: es handelte sich um ein offen gebautes Haus, sodass wir direkt am Meer sitzen konnten mit dem besten Blick in die Ferne. Unsere Unterkunft für diese Nacht lag 7 km versteckt im Wald und hieß Villa duendes. Später sollten wir noch merken, dass unser Chevrolet Spark nicht ausgelegt war auf die Schotter- und Holperstraße, die durch den Dschungel zu unserm „Hippie-Dome“ führte. Wir waren froh, als wir unser Ziel erreichten und dank der Skepsis, die wir auf dem Weg sammelten, umso positiv überraschter von unserer Unterkunft. Diese bestand aus mehreren abnormal geformten Häusern, wovon unser Zimmer eines davon war. Das Zentrum stellte eine offene Küche und ein ebenfalls sehr individuell geformter, warmer Pool dar. Den Abend ließen wir im/ am Pool ausklingen, bis unsere Hände und Füße schrumplig waren. 

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, da eigentlich unser Plan war, die Cenote „dos Ojos“ zwischen Akumal und Tulum zu besichtigen. Pünktlich wie die Deutschis standen wir um 9 Uhr auf der Matte, um dann festzustellen, dass diese mit 350 Pesos (17€) ziemlich überteuert daherkam. Wir entschieden uns einstimmig gegen diesen hohen Preis und peilten lieber unsere nächste Unterkunft in Tulum, das Zazil Kin Hostel bzw. Cabaña an. Von diesem Hostel hatten wir im Voraus leider wenig Gutes gehört, sodass wir sogar versuchten, unsere Cabaña zu stornieren, was – im Nachhinein gesprochen – glücklicherweise nicht funktionierte. So fanden wir uns auf einem riesigen Sandkasten (bestehend aus weißem, feinem Pudersand) wieder, auf den jede Menge kleine einfache Hütten, die lediglich mit einem Schilfdach bedeckt waren (durch das man sogar durchschauen konnte – Regen ist hier wohl keine Option?). Unsere Betten waren komplett mit Moskitonetzen verhangen, was in Kombination mit den öffentlichen Toiletten und Duschen schon sehr an Camping erinnerte – nur eben in Cabañas: Glamping (glamorous camping!) eben. Das beste aber an dem Hostel war wieder der einzigartige Flair: auch hier wurde nicht an Lichterketten zwischen Palmen gesparrt, die dem ganzen eine romantische Atmosphäre verliehen. Es gab neben einem Restaurant mehrer gemütliche Sitzgelegenheiten und sogar einen eigenen Strandabschnitt, sodass wir den folgenden Beach-day sehr komfortabel und teils schattig unter Palmen verbrachten. Das Meer war ebenfalls so, wie man es sich vorstellt, warm und durchsichtig und wir waren uns am Ende des Tages, an dem wir so wenig machten wie an keinem anderen Tag einig, dass dies einer der besten Tage unserer gemeinsamen Reise war. Wir schlürften Milch aus Kokosnüssen und aßen Guacamole am Strand: Wenn ich überhaupt irgendwelche Erwartungen an den Urlaub in Mexiko hatte, dann waren sie hiermit erfüllt worden. Abends fuhren wir mit dem Auto ins Stadtzentrum und aßen in einer mexikanischen Taqueria Tacos und Gringas „Al pastor“, was dem deutschen Dönerfleisch ziemlich ähnlich ist. Ich hatte ziemlich mit der scharfen Soße zu kämpfen, die ich mir in meinem hungrigen Übermut auf den Taco kippte. Im Anschluss besuchten wir eine Bar namens Batey, die uns zurecht empfohlen wurde. Sie lag auf einer Straße, die sehr gut und vor allen Dingen von einem ganz überraschendem Publikum besucht war. Von den Leuten her hätte man nämlich auch meinen können, man sei irgendwo in Berlin gelandet. Vor der Bar stand ein umgebauter Käfer, auf dem ein Mann Zuckerrohr oder Bambus presste und somit die Zutat für den drinnen zu kaufenden mojito produzierte. In einem sehr gut besuchten Innenhof, sorgte eine Band mit ihrer Live-Performance für Stimmung. Ich habe mal wieder feststellen dürfen, dass es mich richtig glücklich macht, wenn ich abends oder nachts draußen sitzen kann und laue Sommernächte genieße. Im Anschluss fuhren wir zu unserem Strandhostel zurück und statteten unserem Beach noch einen kurzen Besuch ab. Das Meer war vom Mond gut beleuchtet und natürlich waren tausend Sterne am Himmel, die das Bild und den schönen Tag abrundeten.

Am nächsten morgen gingen wir in den riesigen Supermarkt „Chidraui“ und kauften frische Brötchen, Guacamole und Frischkäse und machten uns Lunchpakete. Dann fuhren wir eine längere Strecke (etwa 2,5 Stunden) nach Baccalar. Dort gibt es einen See, der insgesamt einmal aus 9 Cenoten entstand und heute durch türkisblaues Wasser besticht und teilweise bis 90 m tief ist. Wir entspannten dort an einem Steg. Zwar war es super warm, doch irgendwie auch mega schön, weil es sich einmal mehr um einen einheimischen Erholungsort handelte. Da Sonntag war, der absolute Familientag für Mexikaner, trafen wir auf viele Familien. Die Strecke zurück war ziemlich lang und auch etwas ermüdend, doch trotzdem hat es sich gelohnt, noch einmal so weit südlich zu fahren. Die südliche Küste Mexikos nennt man nicht umsonst auch „die Karibik von Mexiko“. Nachdem wir uns für den Abend fertig gemacht hatten, gingen wir in ein sehr empfehlenswertes Restaurant und boten uns essenstechnisch mal etwas Kontrastprogramm: El vegetariano bietet eine köstlich Auswahl an gemüsehaltigen, vegetarischen Speisen und ist – wie gesagt – eine gelungene Abwechslung zu dem Mais- und fleischhaltigem mexikanischen Essen. Abends bestellten wir noch den einen oder anderen Drink, bevor wir müde und erschöpft in unsere Cabaña fielen. Natürlich würden wir in diesem Urlaub von einem gängigen mexikanischen Klischee nicht verschont: Auf dem nach Hause hielt uns ein mehr als fragwürdiger Polizist an und drohte uns mit einer Geldstrafe, weil Fabi seinen Führerschein vergessen hatte. Den Betrag, den wir zahlen sollten, handelten wir in 5 Minuten herunter und der Polizist verabschiedete sich von uns und unseren verblüfften Gesichtern. Mexiko ist ein sehr korruptes Land, das konnten wir anhand dieser Aktion am eigenen Leib erfahren. Ein anderes mal hielt uns ein Polizist an und sagte etwas auf spanisch woraufhin wir in fragend ansahen, da wir ihn nicht verstanden. Als er merkte, dass wir nur Englisch sprechen, er jedoch offensichtlich nicht, ließ er uns einfach weiterfahren. 

Langsam aber sicher nahte die Zeit des Abschieds. Ein Abschluss-Corona und eine Guacomole am Strand durften da natürlich nicht fehlen. Wir brachten Fabi zu seinem nächsten Hostel in Tulum und machten uns im Anschluss auf, Franzi zu ihrem Flug nach Cancun zu bringen. Lou und ich fuhren im Anschluss zurück nach Playa del Carmen, um dort die letzten beiden Nächte unseres Urlaubes zu verbringen. Das Hotel lag in Playacar, einer Art Reichenvorort von PDC. Unser Hotel war ziemlich fancy und nicht gerade günstig, aber immerhin hatten wir damit die ganze Bandbreite an Hotel-/ Hostel und Hotelito-Variation abgedeckt. Wir gingen abends wieder in eine sehr empfehlenswerte Taqueria namens El Fogon und holten uns zum Nachtisch Marquesitas von der Straße (eine Art Crêpe, der Teig härtet jedoch aus wie bei einer Waffel gefüllt mit Käse und Nutella ein Genuss).

Am nächsten Tag besuchten wir ein Frühstückscafe, welches uns bei unserem vorabendlichen Spaziergang auffiel, weil es „Das Brot“ hieß. Die Besitzerin begrüßte uns sogleich auf deutsch und im folgenden Gespräch erzählte sie uns, dass sie vor 17 Jahren nach Mexiko ausgewandert ist. Ich nutzte die Chance und fragte sie zum Thema Korruption und Schutzgeld aus. Es war spannend und erschreckend zugleich ihr zuzuhören und irgendwie kann ich keine Antwort auf die Frage finden, die mir bei unserem Gespräch die ganze Zeit im Hinterkopf umherschweifte: wieso zieht man Mexiko einem Land mit den Lebensstandards in Deutschland vor? Den weiteren Tag verbrachten wir mit anderen Freunden aus Deutschland, Linda und Matti und fuhren nach Xpu-ha, was eine halbe Autostunde südlich von Playa liegt. Wir genossen noch einmal das warme Wetter und die Sonne in vollen Zügen und holten uns als kleine Erinnerung noch einen Mini-Sonnenbrand. Ein letztes Mal gingen wir abends im „Fah“ mexikanisch essen, wo es auf den ersten Blick zwar auch ziemlich Touri-mäßig aussah, sich am Ende jedoch als leckeres Restaurant herausstellte. Dann gingen wir noch einmal in die Bar, in der Avenida 1 Norte und ein bisschen tanzen, bevor wir ins Hotel zurück fuhren, um noch ein paar wenige Stunden zu schlafen, bevor wir wieder aufstehen mussten, um uns und unser Auto zurück zum Flughafen zu bringen.

Es folgt noch ein kleines Abschluss-Statement, welches ich während der Rückfahrt im Zug verfasst habe:

Mexiko ist ein verrücktes und interessantes Land. Es gibt landschaftlich allerhand zu sehen und jede Menge Orte, die an die Vorstellung des Paradieses auf Erden erinnern. Bei den Mexikanern habe ich häufig die typisch südländische Mentalität erkannt, bin immer einer lockeren und aufgeschlossenen Art begegnet und habe mich stets willkommen gefühlt. In all den Erlebnissen spiegelte sich  die geheimnisvolle Geschichte der Vorfahren wie Maja und Atzteken. Mexiko ist ein Land, dass es schafft, bei mir in zweierlei Hinsicht Gänsehaut zu erzeugen: Zum einen, weil es mich fasziniert, die Wandmalereien, die getöpferten Waren, die geknüpften Teppiche, all diese handwerklichen Kunstwerke in kleinen Tiendas in farbenfrohen und mit Wimpeln geschmückten Städten zu erleben. Zum anderen ist das Land so unberechenbar: Gefühlt verbergen sich efahren Ungerechtigkeiten hinter jeder farbenfrohen und kunstvoll bemalten Wand und die Sicherheit in Form der vielen patrouillierenden Polizisten ist ein Schein, jedoch kein Sein. Ich bin froh, dass ich das Land in seiner Vielfalt und vor allen Dingen mitunter auch durch die Augen von Fabi und Franzi kennnenlernen durfte, die als Europäer im Vorfeld über längere Zeit hinweg das alltägliche Leben kennengelernt haben. Wie eigentlich bei fast jedem Urlaubsdomizil ergibt sich die Möglichkeit, dank Massentourismus und hoher Zäune in den Urlaub zu fahren ohne je Land und Leute kennenzulernen. Aber dass das nicht die Art von Urlaub ist, die ich mir (zumindest in meinem derzeitigen Alter) wünsche, weiß ich jetzt. Ich bin glücklich, dass wir in den knapp drei Wochen so viel erlebt und gesehen haben, dass es mindestens noch einmal genauso lange gedauert hat, um alles zu verarbeiten. Zuerst dachte ich, dass mich der Urlaub erschöpft hat. Doch innerlich merke ich, dass es eine gute Erschöpfung ist. Es waren viele Eindrücke, vieles, was wieder einmal sehr gut geklappt hat, was unter anderem auch meiner Organisation zuzuschreiben ist – das macht mich ein bisschen stolz. Und der Urlaub hat in mir ein gutes Gefühl hinterlassen, weil ich von Menschen umgeben war, bei denen ich ich sein konnte und deswegen ja, es war anstrengend und erschöpfend aber es war genauso auch befreiend und inspirierend.

 

Leave A Comment

Your email address will not be published.