leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Mexiko (Part 1)

In diesem Teil meines Mexiko Rückblicks wird es um die Orte gehen, die ich in der ersten Hälfte des Urlaubes gesehen habe: Mexiko City, Puebla und Cholula. In „Part 2“ finden sich dann Informationen zu unserer Yucatán-Rundreise (Tulum, Playa del Carmen & Co.)

Der Entschluss, nach Mexiko zu fliegen, kam relativ spontan, wurde mit der Zeit jedoch immer konkreter. Ich war gespannt auf das mexikanische Essen, weiße Sandstrände und warmes Wetter. Zudem sollte mal wieder mein Spanisch auf die Probe gestellt werden und zudem war ich noch nie auf dem amerikanischen Kontinent. Genug Gründe, die für Mexiko sprachen. Natürlich hatte ich auch ein bisschen Angst, weil ich ständig hörte, dass Mexiko so gefährlich sei, doch dazu später mehr.

04.07. bis 06.07. Isla Mujeres

Meine Freundin Louisa und ich setzten bei der Flugbuchung verstärkt auf einen günstigen Preis und vernachlässigten daher ein wenig die Verbindung, weswegen wir am 03. Juli von Berlin Tegel über London nach Toronto flogen. Gleich zu Beginn unserer Reise, genauer in Berlin am Check-in Schalter zeigte sich, was für Experten wir sind, als uns die Dame von der Fluggesellschaft darauf aufmerksam machte, dass wir kein Visum für Kanada hätten: FAIL! Dank offenem Wlan im Flughafen und bange Blicke austauschend, konnten wir uns innerhalb von 20 Minuten das ETA-Visum besorgen, welches wir auch für unseren Transitflug benötigten. Wir waren dann erst einmal so froh, dass wir auch unseren zehnstündigen Aufenthalt in Toronto voller Frohsinn in Kauf nahmen. Am 04. Juli kamen wir dann endlich in Cancun an – yeeeey! Uns schlug eine tropische Hitze entgegen und meine Travel-Culotte klebte an meinen Beinen. Wir fuhren mit dem ADO Bus vom Flughafen zum Busbahnhof ins Stadtzentrum. Dort wollten wir eigentlich mit einem klapprigen Linienbus zum Fähranleger, um nach Isla Mujeres zu kommen, aber die Linienbusse fuhren in alle möglichen Richtungen – nur nicht zu unserer Wunschdestination. Da uns eingebläut wurde, unter keinen Umständen ein Taxi zu nehmen, standen wir fast schon ein bisschen ratlos herum. Plötzlich sprach uns ein spanisches Mädchen in unserem Alter an und fragte, wo wir hinwollten. Es stellte sich heraus, dass wir das gleiche Ziel hatten und da sie schon länger in Mexiko lebt, übernahm sie die Organisation und bestellte prompt: Ein Taxi! Wir so: „oookayy“ und legten unsere Backpacker in den – auch während der Fahrt offenen – Kofferraum der dreißig Jahren alten Limousine.

Auf Isla Mujeres haben wir im Poc Na Hostel geschlafen, was inklusive zentraler Lage und Strandnähe eine ziemlich lässige Unterkunft war. Man sollte allerdings nicht zu hohe Ansprüche an die Zimmer haben, dafür ist der Aufenthaltsbereich, ein mit Palmen und Hängematten bestückter Innenhof, umso gemütlicher. Isla Mujeres war ein guter Einstieg in unseren Urlaub, weil wir direkt mit dem belohnt wurden, wonach wir uns auf unserer insgesamt 26-stündigen Anreise gesehnt hatten: Weiße Sandstrände, Wasser mit Badewannentemperatur und Beachbars. Letztere gibt es wirklich häufig, sodass man einfach nur den Strand entlanggehen muss und schon wird man fündig. Dass wir auf Isla Mujeres zwei von vielen Touristen waren, erkannte man daran, dass man überall Amerikaner sah und oftmals auch ein paar deutsche Konversationen aufschnappte – doch das sollte sich bald ändern…

06.07. bis 07.07. Cholula

Vom absolut flachen und heißen Cancun flogen wir mit Volaris frühmorgens ins bergige und kühlere Puebla. Im kleinen Flughafen Puebla begrüßte uns der Anblick einiger Vulkane und unserer Freundin Franzi, die uns mit der Hilfe von UBER abholte (unser fortan solides Transportmittel).  

Auf dem Weg zu unserem Zielort passierten wir einige Orte mit vorstadtähnlichem Charakter – vergleichbar  mit Cancun, da auch ganz schön abgeranzt. Die ersten Tacos brieten an kleinen Straßenständen. Cholula schließlich sorgte bei uns für viele „Aahs“ und „Oohs“ weil die Stadt aus jeder Menge niedrig gebauter und sehr bunter Häuser besteht. Über den Straßen hingen Fähnchen oder Tücher und es überraschte die Dichte an süßen Cafés (Besonders empfehlenswert ist das Café Petite Julieta, wo Lou und ich nach unserer Ankunft erst einmal ein später Frühstück speisten), hippen Restaurants und jeder Menge Clubs.

Leider fing es aufgrund der Regenperiode immer gegen Nachmittag an zu regnen, doch wir nutzten die verbleibenden Stunden und wanderten zur Kirche Remedios, Cholulas größtem Wahrzeichen. Diese liegt nicht etwa auf einem Berg, sondern auf einer zugeschütteten Pyramide und somit gleichzeitig unter einem riesigen Tunnellabyrinth. Abends ließen wir uns von einem Uber Fahrer ins Casa de Frida fahren, um etwas zu essen. Vor Ort teilte man uns mit, dass es heute leider kein Essen gäbe und dass Restaurant eigentlich geschlossen sei. Kurzerhand schickte er uns jedoch samt seines Kellners ins benachbarte Restaurant La Anca und ich aß glücklich und zufrieden meine ersten Tacos mit Meeresfrüchten. Außerdem bekamen wir einen Tequila und einen Mojito ausgegeben – gebührende Begrüßung für Mexiko. In La shotería trafen wir ein paar Kollegen/ Bekannte von Franzi und nach einiger Zeit zogen wir dann auf die Club-Straße. Dafür dass der Kalender Donnerstag anzeigte, war hier dermaßen viel los, was wir aus Wolfsburg so natürlich nicht thähä.

Am nächsten Tag machten wir uns mit dem Fernbus auf den Weg nach Mexiko City. Dass wir dort nicht mehr ein paar unter vielen Touristen sein würden wurde bereits klar, als wir in den Bus stiegen und ausschließlich von Einheimischen umgeben waren.

06.07. bis 09.07. Mexiko City

Der Bus spuckte uns an einem riesigen Bahnhof aus, auf dem nur Mexikaner rumhingen. Folglich fielen wir als westeuropäische Bleichgesichter ziemlich auf und konzentrierten uns erst einmal darauf, all unser Hab und Gut fest umklammert zu halten. Mit dem Uber fuhren wir zu unserem zentralen und sehr französisch wirkenden Hostel Casa san Ildefonso, wo Zitronen-, Orangen- und Limettenbäumchen im Hof umherwucherten. Am Abend gingen wir noch in ein traditionelles Restaurant, wo live Klavier gespielt und gesungen wurde. Der Tag änderte früh im Bett da wir für den nächsten Tag fit sein wollten.      

Den starteten wir in aller Frühe als einige der ersten am Hop-on Hop-off Bus, um uns erst einmal einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Was soll ich sagen – die Stadt ist riesig (eigentlich logisch bei etwa 8 Mio. Einwohnern) und trotzdem überraschend und irgendwie sehr geordnet. Davon ausnehmen möchte ich an dieser Stelle den Verkehr – der war eine einzige Katastrophe! Keine Spur von Straßenmarkierungen, die auf Fahrbahnen hinweisen würden (wobei sich die Mexis daran sowieso nicht halten würden). Positiv anzumerken sind jedoch die zahlreichen Radfahrwege, die baulich abgetrennt überall durch die Stadt verliefen, jedoch vermehrt ungenutzt waren. Dafür sah man viele Jogger. Grundsätzlich besteht die Stadt aus jeder Menge pompöser (teilweise sehr heruntergekommen, teilweise gut erhaltenen) Bauten und einigen Wolkenkratzern. Man findet viele Parks, die von Einheimischen und Touristen als Entspannungsorte aufgesucht werden. Wir besuchten das anthropologische Museum, welches beeindruckende Einblicke in die Geschichte der Atzteken, Mayas und der südamerikanischen Kultur preisgab.

Glücklicherweise konnten wir an einer geführten Tour teilnehmen, sodass wir sehr viel neues dazulernten. Im Anschluss an die Tour fuhren wir in das Stadtteil Colonia Condesa, welches mir mit am allerbesten an Mexiko City gefiel. Das Viertel ist sehr europäisch geprägt, wurde ursprünglich auch einmal für die gutverdienenden Mexikaner erbaut, ist familienfreundlich und sehr grün. Es gibt einen Park und ein extrem hohes Hundeaufkommen (zum ersten Mal in meinem Leben sah ich zum Beispiel Hundesitter, die mit einem ganzen Batzen Dogs spazieren gingen). Im Taj Mahal aßen wir leckeres indisches Essen, auf das scheinbar in jedem Land Verlass ist.

Abends wollten wir dann noch ein bisschen was unternehmen und gingen deshalb zum Lucha Libre, dem in Mexiko äußerst beliebten Wrestling. Die Halle, in der wir saßen, erinnerte an ein übergroßes und sehr heruntergekommenes Zirkuszelt, doch als die Stühle erst einmal mit Menschen gefüllt waren, riss selbst uns – die rational und vergleichsweise wenig fantasievollen Deutschis – die Stimmung in der Arena mit. Die Luchas kämpften mal mehr, mal weniger authentisch miteinander und wurden vom Publikum gefeiert. Ich habe nachgelesen, dass der Gewinner meist schon vor dem Match feststeht und irgendwie war die Reihenfolge während der verschiedenen Kämpfe immer sehr ähnlich. Trotzdem war es schon sehr witzig, vor allem, als eine Gruppe Frauen gegeneinander „wrestelte“ und allein die Aufmachung der „Künstler“ war witzig anzusehen. Am nächsten morgen startete unser Tag mit dem Besuch auf einem typischen mexikanischen Markt, wo es von allen möglichen Früchten, über frisches Geflügel- oder Rindfleisch bis hin zur Taco-Produktion alles mögliche gab. Der Regen brachte uns danach dazu, ins Frida Kahlo Museum zu gehen – die Casa de Frida kann hier angeschaut werden und natürlich wurde das eindrucksvolle Leben der mexikanischen Künstlerin verdeutlicht. Im Anschluss bummelten wir noch ein bisschen durch Condesa und das ebenfalls sehr schöne und angrenzende Viertel Roma Norte und ich kaufte die leckerste Mango an einem der vielen Straßenstrände. Nicht zu vergessen: die leckeren Churros (z.B. in der Churería El Moro), die es hier häufiger zu kaufen gab.

10.07. Puebla

Eigentlich sollte dieser Tag unserem Besuch bei VW gewidmet sein. Leider klappte das dann doch nicht, sodass wir kurzerhand von der Planta (Fabrik) in Richtung Puebla, Centro Historico fuhren. Puebla besticht,  wie fast alle mexikanischen Städte, durch pompös wirkende, bunt bemalte Häuser und einen Flair, den man schlicht nur als süß beschreiben kann. Wir liefen ein bisschen durch die verschiedenen Gassen, aßen mehr Streetfood (Cemita, was ein bisscehn war wie ein besseres Schnitzelbrötchen), Churros mit Schokolade und tranken Frappé an einem wunderschönen Ort: im ersten Stock des ATRIO auf einem Mini-Balkon! In der Nähe des Cafés, welches Teil eines Conceptstores war, gab es weitere tolle Shoppingläden, wie zum Beispiel Magnolia oder Los bigotes de frida. Außerdem kaufte ich mir eine neue Müslischale in einer Talavera. Am Abend holten Lou und ich uns noch beim „Molotes-Mann“ etwas zu essen. Ich kaufte Tortas mit Quesillo und bekam ein leckeres Baguette, welches gefüllt mit dem speziellen Käse (der mich an Mozzarella aus Italien erinnert) und Avocado und Tomate einfach nur köstlich schmeckte.

 

Genug mit Stadttrubel, Sightseeing und Regenzeit – im Teil 2 des Mexikoberichts geht es um Yucatán!          

 

 

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