leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Jeppe Hein – This Way

IMG_0205

IMG_0235

Jeppe Hein – This Way. Zugegebenermaßen, mit dem Titel konnte ich nicht viel anfangen, war es doch so ziemlich das Einzige, über das ich informiert war, als es heute für mich hieß: Blogger Lunch im Kunstmuseum Wolfsburg anlässlich der neuen Ausstellung.

Ich freute mich mit kindlicher Euphorie auf diese willkommene Lernablenkung, denn wie ihr bereits hier erkennen könnt, liebe ich einerseits Essen und weiterhin interessiere ich mich für Kunst und beides zusammen kann mich für mehrere Tage glücklich machen. So viel vorab: Ich sollte nicht enttäuscht werden.

Bevor wir uns einem köstlichen Lunch im Awilon hingaben, startete der Nachmittag erst einmal mit einem Workshop bzw. einem Rundgang durch die Ausstellung. Wir waren eine kleine Gruppe, einige Schüler waren zudem unterwegs und insgesamt war es eine sehr angenehme Atmosphäre. Das Erste, was mir auffiel, war die Wandinstallation des Kunstmuseums, die überhaupt nicht mehr an den Aufbau der letzten Ausstellung erinnerte. Eine besondere Möglichkeit, die, wie sich später noch herauskristallisierte, in einzigartiger Weise mit den Werken Jeppe Heins funktioniert.

IMG_0233

IMG_0218

Apropos. Jeppe Hein, ein schöner Name und zudem ein kreativer Kopf, der sich schon in jungen Jahren einen Namen in der Kunstszene gemacht hat. Er hat zu diesem Zeitpunkt viel gearbeitet und noch mehr Kaffee getrunken. Irgendwann wurde es ihm dann zu viel. Die Welt drehte sich zu schnell, es war zu laut und wesentliche Dinge, beispielsweise Gerüche, konnte er nicht mehr wahrnehmen. Burnout. Aus und vorbei. Aber noch nicht ganz. Jeppe Hein fängt sich, beginnt ein neues Leben, er achtet auf sich, der Kaffee hat heute Ingwertee Platz gemacht.

Das großartige ist, dass der Außenstehende diesen Verlauf in seinen Werken wiederfindet. Uns wurden bewusst nicht viele Informationen zugetragen, da auch der Künstler selbst dem Betrachter nötigen Spielraum für Inspirationen geben möchte. Was deutlich wird? Das Werk funktioniert oftmals erst durch den Betrachter als Kunst. Generell bietet die Ausstellung sehr viel Raum für Interaktivität. Mein persönliches Highlight? Definitiv der Workshop. Jeppe Hein hat einen Raum im Zentrum der Ausstellung konzipiert, bei dem sich die Besucher einmal so richtig auslassen können. Wir hatten die Möglichkeit, Jeppe Heins Klangschalenbilder nachzubilden und obwohl meine Hände am Ende schon fast so gesprenkelt waren, wie mein Bild, hat es riesigen Spaß gebracht. Ungefähr so viel, dass uns vor lauter Konzentration nicht aufgefallen ist, dass sich eine Wand des Raumes in der Zwischenzeit verschoben hat. Dort, wo wir ursprünglich den Raum betraten, war nun kein Weg mehr, ein anderer hatte sich jedoch geöffnet. Und das ist „This Way“. Eine Ausstellungsfläche, voll von Überraschungen, Interaktivität, Informationen über Jeppe Hein und Wege, die einen dazu veranlassen, die gezeigten Dinge auf sich selbst zu beziehen, sich selbst zu hinterfragen.

Ich war immer der Ansicht, dass man eine Kunstausstellung bzw. die dahinter liegende Intention nur verstehen kann, wenn man sich a) mit Kunst auskennt oder b) als Laie schlicht eine Führung bucht. Seit heute weiß ich, dass es auch andere Wege gibt, Kunst zu verstehen, ohne DIE Antwort oder Interpretation zu kennen, wenn es sie überhaupt gibt. Ich wünsche jedem von euch die Möglichkeit, einmal selbst durch das Labyrinth „This Way“ zu schlendern, ihr werdet es nicht bereuen! Die Ausstellung läuft bis zum 13.03.2016.

IMG_0197

IMG_0199

IMG_0222

Im Awilon gab es dann zur Stärkung Kürbis- bzw. Trüffelgnocci mit Blattspinat und Tomatensauce. Wer von euch kann mir sagen, wo man Trüffelgnocci kaufen kann? :)

IMG_0223
IMG_0237

Gefreut habe ich mich besonders, dass Livia ebenfalls dabei war – wir kennen uns schon eine gefühlte Ewigkeit!

IMG_0240

Ein ganz besonderes Highlight der Ausstellung ist, dass diese so „Selfie-geeignet“ ist, wie wir es gestern scherzhaft genannt haben. Ich liebe diese LED-Schrift und würde so etwas wahnsinnig gern besitzen!

 

Leave A Comment

Your email address will not be published.