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Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Geschichte spielen? Computerspiel und die Vermittlung von Geschichte

Prof. Dr. Angela Schwarz ist eine gebildete Frau. Wenn man ihren Namen googelt, dann stößt man auf eine beeindruckende Vita auf der Internetseite der Universität Siegen mit jeder Menge Forschungsschwerpunkte in dem Bereich Geschichte und Geschichtskultur. Angela Schwarz ist aber auch eine „Zockerin“, wie sie es selbst bezeichnet. In ihrem wissenschaftlichen Wirken konzentriert sie sich auf Computergames, die Unterhaltungswert haben. Sie möchte Spiele als Teil unserer Geschichtskultur wahrnehmen. Was Spiele mit Geschichte anstellen, wie sie sich zum Beispiel auf die Erinnerungskultur auswirken – das waren Fragestellungen, mit denen Schwarz die rund 15 interessierten Zuhörer zu Beginn des Workshops im Ideenforum inspierierte.

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Eine Reise an einen historischen Ort – das klingt wie eine Zeitreise direkt in die Vergangenheit. So oder so ähnlich fühlt es sich in Spielen wie Assassin’s-Creed an, die neben einem spannendem Gameplay eben dieses in historische Umgebung betten. Die „Spielfiguren“ sind dabei in der Lage, in diesem Sorrounding zu agieren. Die Begehung dieser historischen Landschaften nennt die Referentin „virtuellen Geschichtstourismus“ – der auf dem Sofa sitzend, wenige Handbewegungen machend erlebt werden kann. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt sich allein an den Verkaufszahlen der Computerspielserie: Insgesamt 93 Millionen Mal wurde Assassin’s-Creed verkauft. Auch „Valiant Hearts: The Great War“ thematisiert ein geschichtliches Ereignis: Den ersten Weltkrieg. Das Spiel zeichnet sich durch eine bewegende Handlung aus, bei der es nicht darum geht, Opferzahlen zu generieren, sondern zu überleben.

Im Anschluss an den Vortrag haben die Zuschauer die Möglichkeit, ihre eigenen Zockerfähigkeiten, vor allen Dingen aber die historischen Elemente der vorgestellten Spiele zu erleben. Während sich Valiant Hearts über einige wenige Tasten des Laptops steuern lässt, liegt die Konzentration beim Spielen von Assassin’s-Creed erst einmal auf der Bedienung: Hier gibt es mehr zu beachten, sodass die Umgebung erst einmal zweitrangig erscheint. Jedoch fallen die pompösen und altertümlichen Bauten und Kleidung auf. In einem Spiel von Assassin’s-Creed wird der Notre Dame dargestellt – allein an dessen Einbettung in das Spiel wurde drei Jahre gearbeitet.

Im Anschluss an den praktischen Teil wurde abschließend noch einmal die Frage diskutiert: Kann man Geschichte spielen? Es war eine sehr angeregte Diskussion, bei der deutlich wurde, dass die Teilnehmer des Workshops schon mit vorher gefassten Gedanken und individuellem Know-How zum Thema ausgestattet waren. Angela Schwarz beantwortet ihre Frage und den Titel des Workshops wie folgt: „Man kann das ganz klar beantworten: Ja und Nein. Auf jeden Fall aber sind Spiele eine Anregung zur Multiperspektivität und zum eigenen Denken.“

*in freundlicher Kooperation mit der Stadt Wolfsburg

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