leonie lauren

Leben & Lifestyle aus Wolfsburg

Back in the game

Nach ein paar Monaten Abstinenz, habe ich nun die feste Absicht, wieder regelmäßiger Inhalte auf meinem Blog zu posten. Zu Beginn möchte ich eine kleine Story erzählen, die mir gestern im Bioladen Sonnenschein (Goethestraße 42A, Wolfsburg) widerfahren ist. In diesem wunderschönen Laden saß eine Frau, ich denke mal sie war etwa 50, und aß die vegane Variante des Mittagstisches. Eigentlich sah sie ganz nett aus und ich fand cool, dass sie sich für gesundes Essen interessierte und da ich den Platz neben ihr hatte, freute ich mich für sie, dass sie gerne und oft ihr Fitnessstudio besuchen konnte. Doch da gab es etwas, das störte mich extrem: Bei ihrem Sitznachbarn regte sie sich permanent und über alles mögliche auf: Die Arbeitskollegen, die scheinbar unzufrieden mit allem waren, ihre Mitmenschen, die Jacken mit Fellkragen trugen und deren ethisches Verantwortungsbewusstsein sie bemängelte, vor allen Dingen echauffierte sie sich über Wolfsburg im Allgemeinen, indem sie ihre Aussagen wieder und wieder wie folgt unterstrich: Das ist alles so typisch für Wolfsburg!

Wait… what? Wie kann man eine Stadt derart stereotypisieren? Ich würde das hier wahrscheinlich überhaupt nicht zur Sprache bringen, wenn ich es nicht schon öfter erlebt hätte, dass Leute Wolfsburg als so negativ empfinden (ohne dabei fundierte Gründe zu äußern) – für mich war das ein Anlass, mit diesem Blog anzufangen und das Erlebnis im Bioladen hat mich daran erinnert, was mir wichtig ist: Zu zeigen, dass Wolfsburg mehr ist, als das, was leider viel zu häufig über die Stadt gedacht wird.

Ich nehme das der Frau überhaupt nicht übel, denn ich weiß, dass es in der Psyche des Menschen fest verankert ist, die Dinge schlecht zu reden. Der Fachbegriff hierfür lautet „Negativity Bias“ und kurz gesagt beschreibt dieser das Phänomen, dass wir negativ behaftete Dinge stärker beachten und uns auch intensiver von ihnen beeinflussen lassen, als positive Dinge gleichen Ausmaßes. Das hat einen evolutionären Hintergrund, da der Mensch damals beispielsweise bei seinen Jagden Gefahren ausgesetzt war, auf die er – neben all der möglichen Beute – seinen Fokus legen musste, um am Leben zu bleiben.

Heute ist das nicht mehr so und die negativen Erfahrungen, die wir täglich machen, sind in den seltensten Fällen lebensbedrohlich. Also, warum nicht auf die positiven Dinge konzentrieren, dachte ich mir und widmete mich meinem Matcha-Taler und freute mich über den leckeren Kaffee, den es im Bioladen Sonnenschein zu kaufen gibt.

PS: Die Bilder sind schon vor einiger Zeit entstanden – ich mag an ihnen, dass sie durch das Licht schon ein bisschen das Gefühl von Frühling vermitteln. Ich kann es (wie ca. jedes Jahr und jeder andere Mensch wahrscheinlich auch) kaum abwarten, dass es wieder wärmer wird. Irgendwann ist im Winter dieser Punkt erreicht, an dem ich keine Lust mehr auf Kälte und Co. habe :-)

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